07/07/2014
The last post
Ein allerletztes Mal: Hallo, ihr alle. Ich weiß, es hat ewig gedauert, bis ich es jetzt endlich schaffe, einen letzten, abschließenden post zu schreiben. Der Grund ist sehr einfach: es ist ein weiteres Ende oder ein weiterer Bestandteil des Endes. Das Ende meines Austauschjahres. Es ist nun langsam wirklich vorbei.
Ich war genau 300 Tage in den USA. 42 Wochen und 6 Tage. Ein Leben.
Der altbekannte Spruch 'An exchange year is not a year in a life, it's a life in a year' hat plötzlich eine noch tieferen Sinn bekommen, denn als ich plötzlich auf dem Nachhauseflug war, wurde mir sehr bewusst, dass ich gerade ein gesamtes Leben hinter mir lasse. Ich werde dieses Leben nie wieder so leben können. Klar kann ich zurück fliegen, meine Gastfamilie besuchen, zu alten Plätzen gehen, meine Freunde wiedersehen, aber so leben, wie ich es die letzten 10 Monate getan habe? Das wird nicht möglich sein.
Daher ja, ich fande es wirklich sehr traurig, nach Deutschland zurück zu kehren. Natürlich habe ich mich wahnsinnig gefreut, wieder hier zu sein, aber dieses Wiedersehen hatte einen sehr sehr hohen Preis. Gerade die letzten paar Wochen, die ausgefüllt, vielfältig und erlebnisreich waren, machten mir den Abschied besonders schwer. Zurück in Deutschland musste ich mich erst wieder einfinden, ich musste mich an alte Gewohnheiten zurück gewöhnen, meinen Platz wieder finden. Es fiel mir immer wieder auf, wie nicht Deutschland, sondern ich mich verändert habe. Mittlerweile hat mich das alte Leben wieder und es geht mir gut, aber dennoch fühle ich mich oft einfach unverständlich, so als würde irgendetwas fehlen. Und dann weiß ich plötzlich, was es ist. Meine zweite Familie, mein zweites zu Hause, meine zweite Heimat, mein zweites Leben, mein zweites Ich, die alle zurück bleiben mussten. So richtig vollständig werde ich mich demnächst erst einmal nicht fühlen können.
Dennoch. Oder gerade deshalb: ich hatte ein super Jahr. Ich würde es für nicht, nichts auf dieser Welt verändern oder gar hergeben wollen. Es war nicht perfekt, aber es war perfekt für mich. Es hat mich bereichert, verändert, verbessert, zum Nachdenken gebracht, Wertschätzen gelehrt. Ich hatte einfach eine wirklich gute Zeit und ich bin unendlich dankbar für diese einzigartigen, letzten 10 Monate. Danke euch allen für euer Interesse an meinem "journey"!
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